Unsere sich zum siebten Mal jährende Herbstschule war mit über 130 TeilnehmerInnen ein voller Erfolg. Obwohl das Wetter nicht wirklich mitspielte, war die Stimmung sehr ausgelassen und die Diskussionen hitzig. Mit Referaten und Workshops zu den unterschiedlichsten Themen, fand sich für jede Bildungslücke etwas Passendes.

Die Marxistische Herbstschule fand nach dem Motto «¡No Pasaran!» statt. Dies zu Gedenken des 80. Jubiläums zum Beginn der spanischen Revolution und Konterrevolution. Trotz des gescheiterten Systemumsturzes, können wir heute lehrreiche Schlussfolgerungen daraus ziehen. Trotzki sagte einmal dazu « Der Bürgerkrieg hat bekanntlich seine Gesetze, und sie haben noch niemals als Gesetze der Humanität gegolten.» Ein klares Statement gegen Bürgerkriege, obwohl deren Notwendigkeit kaum abzustreiten ist.

Zwei Tage volles Haus
Fröhlich singend strömten Genossen und Genossinnen aus der Schweiz und dem näheren Ausland am Samstag, dem 8. Oktober nach Nidau bei Biel. Eröffnet wurde die Herbstschule vom Genossen Jorge Martin vom internationalen Sekretariat der IMT mit einem Referat zu den Perspektiven der Weltrevolution, das zum ersten Mal in drei Sprachen übersetzt wurde. Nach dem Mittagessen gab es eine Plenumsdiskussion mit Inputs zu Wirtschaft, Krise, Revolution, Massenbewegungen und der Relevanz des Marxismus. Am späteren Nachmittag gab es unterschiedliche Workshops, unter anderem einen zu der Krise in Italien. Vorgestellt wurde das Thema von einem der italienischen Genossen von Sinistra, Classe, Rivoluzione, der uns einen detaillierten Einblick in die Probleme Italiens gewähren konnte. Er sprach in seinem Referat über die Probleme der ArbeiterInnenklasse und ihrem Kampf für ein besseres Leben. Danach hatten wir die Möglichkeit, einige Fragen zum Referat zu stellen.
In unserem roten Kino lief zum Thema der spanischen Revolution der Spielfilm «Land and Freedom» des trotzkistischen Regisseur Ken Loach. Der Film ist eine klare Anlehnung an den Kriegsbericht „Mein Katalonien“ von George Orwell. Im Film ging es um einen Milizkämpfer, anhand dem der Verlauf des Aufstandes gegen die Faschisten und die Spaltung der Aufständischen erklärt wird.
Um zehn Uhr gab es zum Abschluss des Tages noch ein Konzert. Danach gab es noch Zeit zu persönlichen Gesprächen und Kennenlernen der Genossen und Genossinnen aus dem In- und Ausland bei einem Bier. Neben dem obligatorischen Rap-Battle wurde viel gesungen und gelacht. Logieren durften wir in einer nahegelegenen Jugendherberge. Am Sonntagmorgen hatten wir die Wahl, vier Workshops gleichzeitig zu besuchen. Drei der vier Workshops behandelten marxistische Grundlagen wie den dialektischen Materialismus. In diesem Workshop behandelten wir zuerst Schritt für Schritt die formale Logik, die Begriffe Dialektik, Materialismus und Idealismus und zum Schluss deren Zusammenführung durch Marx. Der vierte Workshop behandelte den spanischen Bürgerkrieg genauer. Wir schauten die wichtigsten Punkte des gesamten Zeitraumes zwischen 1931 und 1939 an. Ausserdem waren die Auswirkungen auf die spanische Bevölkerung ein Thema, das zu einer spannenden Diskussion führte. Am Nachmittag behandelten wir die letzten vier Workshops zu den Themen: Kampf den Sparmassnamen, Marxismus und Feminismus, Stalin vs. Trotzki und eine Kritik am bürgerlichen Bildungssystem.

Ein neuer Rekord
Insgesamt waren über 130 Menschen an der Herbstschule 2016 beteiligt. Darunter Genossen und Genossinnen aus Österreich, Italien, Frankreich, England und aus der Schweiz. Es entstanden viele spannende Diskussionen und interessante Gespräche, es wurden neue Freundschaften geschlossen und alte gepflegt. Insgesamt herrschte eine ausgelassene Stimmung und es war eine ausgezeichnete Gelegenheit sich weiterzubilden.

Anna H.

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