A
n der Grossdemonstration gegen das neue Arbeitsgesetz in Frankreich wurde Alain Roth, Präsident der JUSO Oberaargau, vermutlich durch eine Tränengasgranate der französischen Polizei lebensgefährlich verletzt. Die marxistische Strömung verurteilt die Polizeigewalt gegen die Widerstandsbewegung aufs Schärfste und wünscht unserem Genossen gute Besserung und Kraft in der Bewältigung dieser abscheulichen Attacke.

Bild, By Jules78120Own work, CC BY-SA 4.0

Die Streikbewegung, welche in Frankreich seit Wochen einen vorbildlichen Kampf gegen die Angriffe der sozialistischen Regierung Holland führt, fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der Demonstration vom Dienstag in Paris. Über eine Million ArbeiterInnen und Jugendliche gingen in Paris auf die Strasse. Mehrere Hunderttausend in weiteren Städten des Landes (wir berichteten).

Wie schon bei vergangenen Demonstrationen kam es auch diesmal wieder zu brutalen Übergriffen von Seiten der Polizei und Prügeltrupps der Spezialeinheiten gegen die DemonstrantInnen. Die Regierung Hollande scheint in Kauf zu nehmen, Menschen zu töten, um dieses Gesetz durchzusetzen. Genosse Alain Roth wurde Opfer einer solchen Attacke als ihm die Polizei eine Tränengasgranate in den Rücken schoss, welche ihn lebensgefährlich an der Wirbelsäule verletzte. Der Genosse ist mittlerweile dank einer Notoperation ausser Lebensgefahr.

Unsere Solidarität gilt ihm und allen KämpferInnen gegen die Regierung in Frankreich. Die Tatsache, dass AktivistInnen aus der Schweiz sich an den Kämpfen beteiligt, zeigt den Internationalismus, den wir als SozialistInnen konsequent vertreten. Denn der Kampf der französischen ArbeiterInnenschaft und Jugend ist letztendlich auch unserer. Es ist der gemeinsame Kampf gegen den Kapitalismus und seine barbarischen Auswirkungen auf das Leben der internationalen ArbeiterInnenklasse.

Genau dies scheint die SP Langenthal, für welche Alain Roth auf der Gemeinderatsliste kandidiert, nicht zu verstehen. Statt ihrem Genossen den Rücken zu stärken, distanzierten sie sich in einer Medienmitteilung von ihm und strichen ihn von ihrer Wahlliste. Es fehlen einem die Worte, in welchem Masse die SP Langenthal nach der Pfeife der bürgerlichen Medien tanzt. Dieses Verhalten ist nicht nur ein Verrat an unserem Genossen, der schwer verletzt wurde, sondern auch an den Prinzipien des sozialistischen Internationalismus. So schreibt die SP Langenthal in einer Medienmitteilung, dass es für sie nicht nachvollziehbar sei, wieso Alain Roth in Frankreich demonstrierte. Internationale Solidarität scheint bei ihr ein Fremdwort zu sein.

Als krönenden Abschluss verkünden sie auf Facebook, dass unser Genosse jetzt besser seine Kraft dafür einsetze, vollständig zu genesen. Dies ist blanker Zynismus angesichts der Tatsache, dass sie ihm in den Rücken gefallen sind und ihn den bürgerlichen Medien vorgeworfen haben.

Wir fordern die SP Langenthal auf, sich sofort öffentlich für dieses Vorgehen zu entschuldigen und Alain Roth zu rehabilitieren.

Den Angriff auf Alain Roth ist von SozialistInnen auf der ganzen Welt scharf zu verurteilen. Dass in letzter Instanz die sozialistische Regierung Hollande für den Angriff verantwortlich ist, macht diese Sache umso verwerflicher. Die JUSO Schweiz ist Teil der Young European Socialists (YES) und muss dort einen klaren internationalistischen Standpunkt vertreten. Wir müssen unsere Schwesterorganisation auffordern, sich von diesem Angriff zu distanzieren und die Regierung Hollande öffentlich in die Kritik zu nehmen. Sowohl in Bezug auf den Übergriff auf unseren Genossen als auch in Bezug auf die Arbeitsmarktreform. Ansonsten muss die JUSO den sofortigen Ausschluss des Mouvement Jeunes Socialiste aus der YES fordern. Als InternationalistInnen können wir einen solchen Angriff auf ein Mitglied der JUSO auf keinen Fall unbeantwortet lassen.

Unabhängig dieses Ereignisses geht der Kampf der französischen ArbeiterInnenklasse gegen die Regierung Hollande weiter. Wir erklären uns solidarisch mit den Zielen der Bewegung und werden sie auch weiterhin mit aller Kraft unterstützen.

Unserem Genossen wünschen wir eine schnelle Genesung und hoffen, ihn bald wieder bei uns begrüssen zu dürfen.

Venceremos!

 

Print Friendly, PDF & Email

Das Schreiben und Rechechieren für unsere Artikel kostet Geld. Dabei sind wir auf deine Unterstützung, als LeserInnen und UnterstützerInnen angewiesen. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, zögere nicht und lass uns deine Solidarität und Unterstützung spüren. Ob gross oder klein, jeder Betrag hilft und wird geschätzt.

Der Funke
IBAN: CH39 0900 0000 8563 7568 1
Postkonto Nr.: 85-637568-1
Bezahlungsvermerk: Spende Web
Spende
Other Amount:
Print Friendly, PDF & Email