Intervention von Frankreich in Mali

Auch wenn Staatspräsident Hollande und seine Regierung etwas anderes behaupten, so hat die Intervention der französischen Armee in Mali nichts zu tun mit den vorgegebenen „französischen Werten“, „Menschenrechten“ oder anderen „humanitären“ Sorgen. Es handelt sich hier um eine imperialistische Intervention zum Schutze der Interessen der französischen multinationalen Konzerne in der Region.

Der jüngste Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Mali und die Offensive islamistischer Milizen im Norden des Landes drohen die Nachbarländer Malis zu destabiIntervention von Frankreich in Malilisieren. Es sind Regionen, in denen die herrschende Klasse Frankreichs reichhaltige Mineralvorkommen ausbeutet: Uran im Niger, Gold in Mauretanien, Gas und Erdöl in Algerien.

Weit davon entfernt, den Terrorismus zu bekämpfen, spielt diese militärische Intervention den in Nordafrika verwurzelten fundamentalistischen Organisationen in die Hände. Die imperialistische Aggression gegen Libyen im Jahre 2010 hat die Bewaffnung der fundamentalistischen Kräfte bestärkt. Ein wichtiger Anteil der Waffen in den Händen der islamistischen Milizen, die den Norden Malis besetzen, stammt aus Libyen. Statt die „Stabilität“ zu festigen, wird die französische Invasion die regionale Instabilität vergrössern. Und wie immer wird die einheimische Bevölkerung, die schon jetzt in extremer Armut lebt, den Preis dafür zahlen.
Das vorrangige Ziel der französischen Armee ist der Wiederaufbau des Staatsapparats in Mali, damit dieser die Durchsetzung der französischen Interessen auf dem gesamten Staatsgebiet sicherstellen kann. Ohne den Einsatz von französischen Truppen über einen längeren Zeitraum ist dies aber nicht möglich. Diese Intervention wird hunderte Millionen Euro verschlingen, während gleichzeitig der französischen Bevölkerung ein harter Sparkurs aufgezwungen wird.

Die EU und die USA haben Frankreich für diesen Krieg grünes Licht gegeben und logistische Unterstützung zugesagt. Weniger bereitwillig sind Frankreichs Verbündete, wenn es um die Bereitstellung von Bodentruppen für diese Intervention geht. Sie haben ebenfalls Angst, dass dieser Einsatz lang dauern wird und dementsprechend viel Geld verschlingt. Auch die Bundeswehr leistet mit Transportflugzeugen bereits Hilfe.

Linke Parteien und Gewerkschaften in Frankreich und ganz Europa müssen diese Intervention verurteilen und den Abzug der französischen Truppen fordern. Die Menschen in Mali und in der gesamten Region haben von diesem erneuten militärischen Abenteuer nichts Positives zu erwarten. Der Imperialismus zeichnet seit Jahrzehnten für die Armut und das politische Chaos in Afrika verantwortlich. Er ist Ursache des Problems und hat keine Problemlösung im Interesse der Völker zu bieten. Nur wenn die Bevölkerung in Afrika ihr Schicksal in die eigene Hand nimmt, dem Kapitalismus und Imperialismus überwindet und selbst Geschichte macht, ist eine menschenwürdige Zukunft in der Region möglich.

Quellw: www.lariposte.com/l-intervention-imperialiste-au,1881.html

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