Das neue Coronavirus überlastet weltweit die Gesundheitssysteme und schiebt die Wirtschaft vieler Länder über den Abgrund. Gebiete, die sowieso gegen Armut und Hunger am kämpfen sind, leiden am meisten unter dem Virus und stehen vor einer Hungerkrise.

Laut einer UN-Studie sank der Welthunger in den letzten 30 Jahren um 25%. Doch schon seit 2015 nimmt die Anzahl Menschen, die zu wenig Nahrung haben und unterernährt sind, sowohl in absoluten Zahlen wie auch in Relation zur Weltbevölkerung wieder zu! Inzwischen leiden 821 Millionen Menschen an Hunger – also etwa jeder neunte Mensch weltweit!

Die momentane Pandemie verschlimmert die Situation drastisch. Hungernde Menschen haben meistens ein geschwächtes Immunsystem und dadurch ein grösseres Risiko, an COVID-19 zu versterben. Sie leben vermehrt in unterentwickelten Ländern, die bereits eine schlechte und überlastete Gesundheitsversorgung haben. 

Zudem hat die Pandemie negative Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und den Zugang von Lebensmittel. Durch Grenzschliessungen und Lockdowns kommt es zu Lieferungsverzögerungen oder sogar -ausfällen. Insbesondere ArbeiterInnen in Ländern wie Nigeria oder Sambia, die stark vom Export von Rohstoffen abhängig sind, verlieren einen grossen Teil ihres Einkommens oder ihre Jobs. Länder, die vom Import abhängig sind, wie z.B. die Subsahara Länder, die jährlich 40 Millionen Tonnen Getreide importieren, stehen nun vor einer Lebensmittelknappheit. Laut ILO pulverisierte die Krise 300 Millionen Vollzeitstellen. Die Explosion der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit bringt ArbeiterInnen auf der ganzen Welt in eine Notlage. Sie haben nicht mehr genug Geld, um sich und ihre Familie zu versorgen.

Kapitalismus verursacht Hunger
Historisch betrachtet werden Hungersnöte im Kapitalismus nicht durch eine Knappheit von Nahrungsmitteln erzeugt. Die Ursachen sind menschgemacht: meist Lücken in den Versorgungsketten oder Hyperinflation der Preise. Nun verursachte COVID-19 einen grösseren internationalen Handelsunterbruch als es der 2. Weltkrieg vermochte und zudem erleben ArbeiterInnen überall Lohnverluste oder -ausfälle. Diese toxische Mischung vergrössert das Risiko einer Hungerkrise drastisch. 

Der Welthunger ist also nicht ein Zeichen von zu wenigen Ressourcen oder von zu vielen Menschen, sondern er ist ein Symptom eines verrotteten und ausbeutenden Systems – dem Kapitalismus. Nach einer UN-Studie aus dem Jahr 2015 bräuchte es jährlich 265 Milliarden USD, um den Welthunger bis 2030 zu beseitigen. Dies ist nur 0.3 Prozent des projizierten Welteinkommens oder die Hälfte der jährlichen Ausgaben nur für Werbung! Wir haben weit mehr als genügend Ressourcen, um den Welthunger loszuwerden. Dennoch ist und wird es uns im Kapitalismus nicht gelingen, ihnloszuwerden. Wir müssen selbst aktiv werden und  gemeinsam über Produktion und Verteilung entscheiden, um die verfügbaren Ressourcen rationell zu planen und zu verteilen!

Bild: Global Hunger Index 2019, MWiemers / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

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