Die Welt versinkt im Chaos. Überall auf dem Globus werden Regierungen gestürzt, die Inflation ist so hoch wie seit vierzig Jahren nicht mehr und der Krieg scheint endlos. Inmitten von diesem Chaos hat die International Marxist Tendency (IMT) diese Woche die grösste marxistische Schule der Welt organisiert, an der alle Sektionen aus allen Ecken der Welt teilgenommen haben. Die marxistische Theorie ist heute notwendiger denn je. Wir müssen in Zeiten der Krise und der «unglücklichen Zufällen» – wie die Bürgerlichen Krieg und Pandemie erklären – einen kühlen Kopf bewahren und diese Phänomene erklären, um die globale Krise des Kapitalismus zu beenden und die Arbeiterklasse zum Sieg zu führen. Vom 23. bis 28. Juli haben die Mitglieder des Funke, der Schweizer Sektion der IMT gemeinsam an der internationalen marxistischen Universität (IMU), teilgenommen.

Vier Tage lang haben GenossInnen und Interessierte Workshops zu den Grundlagen des Marxismus besucht. Wir haben die Perspektive der Weltrevolution diskutiert und Phänomene wie Inflation, Krieg und Regierungskrisen in die globale Krise des Kapitalismus eingebettet. In der Session «Marxismus und Kunst» haben wir die Ursprünge und die Bedeutung von Kunst und Kultur diskutiert. Der Marxismus interessiert sich für weit mehr als nur «Brot und Butter»-Fragen. Uns geht es um die umfassende Befreiung der Menschheit auf allen Ebenen und dabei auch um die Befreiung der Kunst und der Kultur vor dem kapitalistischen Niedergang. In Ateliers zu den Revolutionen von 1848 in Europa und zum Bürgerkrieg in den USA haben wir uns die marxistische Geschichtsauffassung angeeignet, die weit mehr sieht als eine Geschichte der «grossen Männer» mit ihren individuellen Motiven und Ideen, sondern eine Geschichte des Klassenkampfes, der Revolutionen und der zunehmenden Kontrolle der Menschheit über die Natur. Im Referat zur Naturdialektik haben wir uns mit Fragen der Wissenschaft befasst und inwiefern die heutige Wissenschaft von den Schranken des Kapitalismus eingeengt wird. In einem Atelier zu Geld und Inflation haben wir gelernt, dass die Inflation eine notwendige Konsequenz der kapitalistischen Krise ist und dass keine bürgerliche Zinspolitik, sondern nur die Arbeiterklasse fähig ist, sie zu beenden. Über 120 GenossInnen aus allen Regionen der Schweiz, von Winterthur bis Genf, von Basel bis Kreuzlingen, haben gemeinsam über Philosophie, Geschichte und Ökonomie diskutiert. Vor und nach den Workshops haben wir uns ebenfalls der politischen Arbeit gewidmet: die Regionen haben wichtige Vernetzungsarbeit geleistet und sich über die regionale politische Aktivität ausgetauscht – besonders über den «Röstigraben» hinweg. Für die nächsten wichtigen Demos im Spätsommer wurden Transparente gemalt und es wurden Sitzungen zum Layout unserer Zeitung und zu unserer Social-Media-Arbeit abgehalten. Über das ganze Lager wurde viel Ernsthaftigkeit und harte politische Arbeit an den Tag gelegt. Der Marxismus ist keine akademische Übung. Wie Lenin sagt, kann es keine revolutionäre Bewegung ohne revolutionäre Theorie geben. Unsere Ideen verlieren aber genauso jegliche Bedeutung, wenn wir nicht aktiv dafür kämpfen, sie in die Welt zu tragen und in der Jugend und der Arbeiterklasse zu verankern. 

Revolutionärer Internationalismus 

Die Krise des Kapitalismus ist eine internationale Krise – und genau deswegen müssen wir sie auch international bekämpfen – über 7’300 Leute aus 144 Ländern haben an der IMU an  «Watch Parties» teilgenommen. Darunter Leute aus Afghanistan, Algerien, Australien, Brasilien, Kamerun, Chile, China, Kolumbien, Kuba, Ecuador, Frankreich, Deutschland, Guatemala, Iran, Israel, Japan, Kasachstan, Kenia, Libanon, Mexiko, Myanmar, den Niederlanden, Nicaragua, Nigeria, Pakistan, Palästina, Russland, Saudi-Arabien, Südkorea, Sudan, Syrien, Taiwan, der Türkei, der Ukraine, dem Vereinigten Königreich, Venezuela und vielen mehr. Dank der unermüdlichen Arbeit des Übersetzungsteams konnten die Genossinnen und Genossen die Sitzungen live auf Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Urdu, Russisch, Schwedisch, Arabisch und Indonesisch verfolgen. Vom ersten Tag an herrschte an der IMU ein krasses Bewusstsein für die Notwendigkeit des Internationalismus und ein enormer revolutionärer Enthusiasmus. 

Unabhängige revolutionäre Finanzen 

Nach einer Diskussion über die Notwendigkeit einer politisch unabhängigen Finanzierung unserer politischen Arbeit sind (bisher!) über 825’000 Euro zusammengekommen. Nur wenn unsere Finanzen unabhängig sind, können auch unsere Ideen unabhängig sein. Der Spendenbetrag zeigt, wie gross das revolutionäre Opfer ist, das GenossInnen und SympathisantInnen auf der ganzen Welt bereit sind, für den internationalen Aufbau der Kräfte des Marxismus zu bringen. Die Schweizer Sektion der IMT hat davon 290’000 Franken gespendet. Als Sektion aus einem lohnstarken imperialistischen Land müssen wir einen bedeutend grösseren Betrag spenden. Für GenossInnen aus Venezuela oder Indien bedeuten 10 Euro Spende ein bedeutendes Opfer. In der Schweiz heisst die gleiche Opferbereitschaft einen bedeutend höheren Betrag für den internationalen Aufbau. Unsere gemeinsame internationale Spende ist ein grosser Schritt in Richtung des Ziels, noch in diesem Jahr ein Büro in London zu kaufen, was die IMT für die turbulente Zeit, auf die wir zusteuern, auf eine solide Basis stellen wird. Wie Danielle Anderson von Socialist Revolution, der US-Sektion der IMT, erklärte: «Das ist nicht nur ein Büro. Das ist das Hauptquartier der zukünftigen Weltrevolution.» 

Marxismus studieren – Weltrevolution vorbereiten

Shivani, eine Genossin aus Bern, erklärt die Wichtigkeit der marxistischen Theorie : «Wenn wir die Welt wirklich verändern wollen, müssen wir verstehen, wie sie funktioniert. Wir brauchen den Marxismus und seine drei Bestandteile – Philosophie, Geschichte und Ökonomie – um wirklich zu begreifen, wie wir den Kapitalismus stürzen können.» Was die International Marxist Tendency von anderen Organisationen unterscheidet ist unser Internationalismus in der Praxis, unser voller Fokus auf die Jugend und unsere geduldige Theoriearbeit. Und wie Jérémy, ein junger Genosse aus Genf erklärt: «Noch nie war es so dringend, eine revolutionäre Organisation aufzubauen. Die internationalen Berichte aus Ländern wie Deutschland und Italien zeigen, dass wir in eine neue Periode eingetreten sind. Länder, die früher als ewig stabil galten sind heute zerrissen von Inflation, Regimekrisen und Kriegstreiberei. Die Schweiz ist keine Insel – all diese Prozesse werden sich auch hier zeigen, wenn auch ein bisschen verzögert. Und wenn die grossen Bewegungen der Arbeiterklasse und der Jugend kommen, müssen wir bereit sein. Darum müssen wir jetzt eine revolutionäre Organisation aufbauen.»
All unsere LeserInnen, die nicht an unserem Lager teilnehmen konnten, können die Referate zu den verschiedenen Themen hier nachschauen. Am 5. und 6. November findet die marxistische Herbstschule in Bern statt, in der wir uns ebenfalls gemeinsam die revolutionären Ideen des Marxismus aneignen werden. Wir fordern alle ernsthaften RevolutionärInnen und Leute, die die kapitalistische Sackgasse überwinden wollen dazu auf, Mitglied der IMT zu werden und gemeinsam mit uns auf der ganzen Welt für den Sozialismus zu kämpfen!

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