Die Krise hat die Flugbranche hart getroffen. Dafür sollen jetzt die ArbeiterInnen mit Entlassungen und Lohnkürzungen bezahlen. Dagegen protestierten am 11.9. über 1000 Personen am Flughafen Zürich. Der einzige Weg, um gegen diese Angriffe abzuwehren, ist der Streik.

Am Flughafen Zürich sind die Profite seit Corona eingebrochen. Im vergangenen August flogen 77% weniger Flüge als im Vorjahresmonat. Dies bedeutet 76.7% weniger Passagiere und 40.5% weniger Fracht. Der Schweizer Staat eilte der Flugbranche mit Milliarden zu Hilfe. Im Kapitalismus muss aber jede Rechnung bezahlt werden. Wenn es nach den Besitzenden geht von der Arbeiterklasse.

Wer bezahlt für die Krise?
Die ArbeiterInnen am Flughafen Zürich, dem grössten Flughafen der Schweiz, trifft es besonders hart. Der Flughafen Zürich selbst will 120 Stellen abbauen, 26 ArbeiterInnen wurde bereits gekündigt.

Der Flugzeugtechnikdienstleister SR Technics will in der ganzen Schweiz 1400 Stellen abbauen, 400 davon am Flughafen Zürich. Gategourmet will insgesamt 350 Stellen streichen, die meisten davon in Zürich. Der Bodenabfertiger Swissport will genau wie die Swiss die Löhne um 20% senken! Allein die Lohnkürzung bei Swissport betreffen 2500 ArbeiterInnen in Zürich. Es handelt sich um die grössten und härtesten Angriffe gegen die Lohnabhängigen in der Deutschschweiz seit dem Ausbruch der Krise.

Protest am Flughafen Zürich
Solche massiven Verschlechterungen, wie ein Fünftel weniger Lohn, sind für die FlughafenarbeiterInnen einfach nicht verkraftbar. Entsprechend gross ist die Wut. Als Reaktion darauf organisierte die Gewerkschaft VPOD eine Protestaktion. Über 1000 ArbeiterInnen und solidarische DemonstrantInnen fanden sich am 11.9. am Flughafen Zürich ein, um gegen die Angriffe zu protestieren. Diese Menge setzte sich nicht nur aus direkt von den Angriffen betroffenen ArbeiterInnen zusammen, sondern aus Angestellten des ganzen Flughafens. Daneben waren zahlreiche Unterstützerinnen da. Natürlich waren UnterstützerInnen der marxistischen Strömung in Solidarität mit den FlughafenarbeiterInnen vor Ort.

Die riesige Wut auf die Bosse war klar spürbar. In den vergangenen Jahren sind Millionen in die fetten Portemonnaies der EigentümerInnen ausgeschüttet worden, die ausserdem Milliarden an Staatshilfe erhalten haben, während ihre Angestellten Kurzarbeit leisten mussten. Sollen die ArbeiterInnen jetzt noch weiter für die Krise bezahlen?
Viele der ArbeiterInnen haben Angst, weitere Lohneinbussen hinnehmen zu müssen und Entlassungen über sich ergehen zu lassen. Viele Betroffene bestätigten uns jedoch, dass sie im Falle des Falles streiken würden und ihren Arbeitsplatz nicht einfach kampflos aufgeben würden.
Begleitet wurde der Protest von mehreren Reden von Gewerkschaftern und SP-NationalrätInnen. Unter anderem vom Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Yves Maillard und SP-Nationalrätin Tamara Funiciello. Doch von den betroffenen ArbeiterInnen liessen die Gewerkschaften niemanden zu Wort kommen.

Während alle RednerInnen ihre Empörung über die Angriffe betonten, gingen ihre Reden nicht über pessimistische Versprechen hinaus, dass sie in den Verhandlungen mit den Bossen ihr Bestes geben werden, aber nichts versprechen können. Nach dem Protest erklärte der VPOD, dass «nur mit konstruktiven und transparenten Gesprächen» die Krise gemeistert werden kann.

Streik oder Niederlage
Jetzt ausschliesslich auf Verhandlungen zu setzen, ist ein katastrophaler Fehler. In einer Wirtschaftskrise kann durch «konstruktive Gespräche» nichts erreicht werden. Solange die Profite nicht gesichert sind, sind die Bosse nicht dazu bereit, Zugeständnisse zu machen. Dafür haben sie schlicht und einfach keinen Spielraum. Wer jetzt auf Verhandlungen setzt, akzeptiert die Entlassungen und Lohnsenkungen. Das einzige Mittel, um in der jetzigen Situation die Angriffe der Bosse erfolgreich abzuwehren, ist der Streik und damit der klare Bruch mit dem Arbeitsfrieden. Wenn die FlughafenarbeiterInnen ihre Arbeit niederlegen, läuft am Flughafen gar nichts. Kein Koffer wird transportiert, kein Flugzeug kann abheben und die Bosse können keine Profite machen. Genau darin liegt die riesige Macht der AbreiterInnen, die sich für einen Streik organisieren.Anstatt die Belegschaft jetzt schon auf die «notwendigen» Konzessionen vorzubereiten, sollte die Gewerkschaftsführung jetzt damit beginnen, einen möglichst breiten Streik an allen Flughäfen vorzubereiten.
Die Forderungen müssen klar sein: Keine Lohnkürzungen, keine Entlassungen. Möchten die Kapitalisten diese Forderungen nicht erfüllen, muss die Verstaatlichung unter ArbeiterInnenkontrolle gefordert werden.
Nur bei einem solchen klaren und kämpferischen Programm, können die ArbeiterInnen der Flughäfen die Angriffe abwehren. Nur so, können sie sich gegen die Profitgier des Kapitalismus wehren und eine Vorreiterrolle in den kommenden Arbeitskämpfen einnehmen.

David Vlakic Marxistischer Verein Winterthur

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