Solidarität mit Kathrin

Die PflegerInnen im schweizerischen Alters- und Pflegeheim Lindenmatte in Erlenbach haben ihre Gewerkschaftsdelegierte verloren. Sie wurde entlassen, weil sie und ihre ArbeitskollegInnen für bessere Arbeitsbedingungen und gegen Missstände kämpften.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle einen Solidaritätsaufruf von Uni Global (einem Internationalen Gewerkschaftsdachverband). Die marxistische Strömung „der Funke“ sprich seine volle Solidarität mit Kathrin aus. Dieser Fall zeigt einmal mehr auf dass der Kündigungsschutz, gerade für jene welche sich für ihre Rechte einsetzen, nicht existiert in der Schweiz.Solidarität mit Kathrin

Was ist passiert?

Seit eineinhalb Jahren kämpft eine grosse Gruppe gewerkschaftlich organisierter PflegerInnen des Alters- und Pflegeheim für Verbesserungen. Sie tun dies freiwillig und ehrenamtlich, neben ihrer harten Arbeit, der Pflege für die alten Menschen.

Sie kämpfen gegen ein Klima der Angst im Betrieb, gegen hohe Personalfluktuation, schlechte Arbeitsbedingungen und fehlenden Respekt und Mitsprache.

Kathrin wurde als Gewerkschaftsdelegierte gewählt. Sie hilft mit, die Betriebsgruppe zu organisieren und gemeinsam mit ihren Kolleginnen erreichte sie die ersten Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen. Eine Personalkommission wurde gewählt und so war zum ersten Mal ein Gremium da, welches das gesetzliche Minimum an Mitsprache garantierte.

Doch die Betreiber des Alters- und Pflegeheimes, Pro Senectute Niedersimmental, sind gar nicht erfreut über das gewerkschaftliche Engagement ihres Personals. Sie hielten eine obligatorische Personalversammlung ab, bei der die Türen verschlossen wurden, inklusive der Notausgänge. An dieser Versammlung wurden die PflegerInnen einmal mehr eingeschüchtert und aufgefordert, ihre Gewerkschaft zu verlassen.

Kathrin wurde erst gerade in die neue Betriebskommission gewählt. In diesem langen Arbeitskampf setzte sie sich immer für ihre Kolleginnen und Kollegen ein. Deshalb wurde sie nun entlassen.

Kathrin wurde entlassen weil Pro Senectute Niedersimmental kein gewerkschaftlich organisiertes Personal will. Die Pflegerinnen und Pfleger im Alters- und Pflegeheim werden eingeschüchtert, bedroht und ihr verfassungsmässiges Recht auf gewerkschaftliche Organisation wird verletzt.

Kathrin ist eine hart arbeitende Pflegerin, welche seit 21 Jahren die gleiche Stelle inne hat, immer gute Qualifikationen erhielt und von den Bewohnerinnen und Bewohnern geliebt wird. Zudem ist das Pflegeheim Erlenbach notorisch unterbesetzt und hat nicht etwa zu viel Arbeitskraft zur Verfügung.

Wie können wir helfen?

Kathrin und ihre KollegInnen brauchen Unterstützung von euch. Das Recht sich gewerkschaftlich zu organisieren darf in der Schweiz nicht mit Füssen getreten werden!

Kathrin verdient ihren Job zurück und muss wieder angestellt werden. Pro Senectute muss die Missstände und Probleme in ihrem Alters- und Pflegeheim endlich lösen. Sie muss die Unia endlich als Gewerkschaft im Betrieb akzeptieren und mit ihr über Lösungen für das Alters- und Pflegeheim Lindenmatte verhandeln. Dies in einem Klima des gegenseitigen Respekts und Anerkennung..

Bitte sendet eure Solidaritätserklärungen an: adrian.durtschi@unia.ch

Diese Woche machen die Pflegerinnen und Pfleger ihren Kampf öffentlich und brauchen eure Unterstützung!

Kathrin und ihre KollegInnen freuen sich über Solidaritätserklärungen und Fotos von Gewerkschaften, Gewerkschaftsmitgliedern und anderen solidarischen Menschen.

Solidarität mit Kathrin und ihren KollegInnen!

Lasst uns gemeinsam für gute Pflege und gute Arbeitsbedingung kämpfen!

 

Solidaritätsbotschaft der marxistischen Stömung der Funke

Liebe Kathrin

BaselWir, die UnterstützerInnen der marxistischen Strömung in der Juso und den Gewerkschaften „der Funke“, sprechen dir und deinen KollegInnen unsere vollste Solidarität aus und werden euch auch in Zukunft in eurem Kampf unterstützen. Ihr seid nicht alleine. Wir wünschen euch viel Erfolg.

WintiIm Namen der ganzen Strömung:
Paul Maetschke – Präsident der Unia-Jugend Schweiz
Florian Eschmann – Mitglied des Zentralvorstandes der UNIA
Nyima Tsering – Co-Präsident Juso Winterthur
Alain Schwerzmann – Co-Präsident Juso Winterthur
Jonas Gerber – Präsident Marxistischer Verein Uni Bern

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