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um dritten Mal fand am 20. Mai der March against Monsanto and Syngenta in Basel statt. Knapp 2000 Menschen demonstrierten gegen Patente auf Saatgut, Pestizide und Freihandelsabkommen. Der diesjährige Marsch stand auch im Zeichen der Übernahme Syngentas durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina.

Alles schien verloren, als es kurz vor halb zwei zu regnen anfing. Die ersten beiden Auflagen des March against Monsanto and Syngenta hatten mit strahlendem Sommerwetter geglänzt. Dieses Jahr schien alles anders – zumindest kurz. Trotzdem liessen sich knapp 2000 Menschen davon nicht aufhalten. Zwischen den üblichen linken Organisationen fanden sich auffallend viele Familien mit Kindern. An der Spitze schlängelte sich ein chinesischer Drache auf Stöcken – eine Anspielung an Syngentas Übernahme. An der Demo beteiligten sich die Marxistische Strömung unter dem Slogan „Basel – Beijing – Kauai: Workers Unite!“

Einschränkung des Demonstrationsrechts
Das Wetter war jedoch nicht das grösste Problem. Dieses Jahr untersagte die Polizei nicht nur einen motorisierten Lautsprecherwagen, auch die Zwischenkundgebungen auf dem Clara- und Messeplatz wurden gestrichen – aus „Sicherheitsgründen.“ Zudem war die diesjährige Demo-Route wegen Sicherheitsauflagen um fast einen Kilometer länger als im Jahr zuvor.
Willkürliche Polizeitaktik ist in Basel nichts Neues: Ob gegen politisch aktive Studierende, gegen AktivistInnen an der Kunstmesse ART oder mit Gummischrot gegen linke DemonstrantInnen – diese Vorfälle zeigen, dass die Reichen und Mächtigen sich auch in der Schweiz bemühen, Widerstand gegen ihre Politik zu marginalisieren.

ChemChina übernimmt Syngenta
Mit der Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina könnte sich ein Slogan der Demo: „Syngenta raus!“ zumindest für Basel verwirklichen. Wie und ob dies die Probleme der globalen Landwirtschaft lösen kann, bleibt jedoch mehr als fragwürdig. Sicher ist: der chinesische Staat hat nicht 43 Milliarden US-Dollar bezahlt um Syngentas Patente der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Es ist sehr erfreulich, dass sich der March against Monsanto and Syngenta in Basel zu einem festen politischen Event entwickelt hat. Dieser sichtbare Widerstand vor dem Hauptsitz von Syngenta – im Zentrum des internationalen Kapitalismus – ist wichtig und notwendig. In Abwesenheit einer internationalistischen ArbeiterInnenbewegung, die der Macht des Kapitals eine sozialistische Alternative entgegenstellt, fehlt jedoch ein wichtiges Element um giftige Pestizide, Profit mit Nahrung und Patenten auf den Müllhaufen der Geschichte zu kehren.

Flo D.
JUSO Baselland

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