Das «Homeschooling» und natürlich der Lockdown lässt die systemische Ungerechtigkeit noch stärker als sonst zum Vorschein kommen.

Ich arbeite in einer Primarschule als Klassenassistenz. Im Moment bin ich für die Betreuung von Kindern systemrelevanter Eltern verantwortlich und unterstütze die Klassenlehrerinnen bei der Vorbereitung für den Unterricht zu Hause.

Unterricht zu Hause

Vier Kinder und eine Mutter in einer 2.5-Zimmerwohnung an der Hauptstrasse im Kontrast zu einer dreiköpfigen Familie auf 150m² mit Garten. Die psychische Belastung für die Familien, die nun auf so engen Raum den ganzen Tag zusammen verbringen müssen, ist enorm. Was das psychisch bei einem so jungen Kind hinterlassen wird…

Vor allem die Kinder mit einem solchen Hintergrund geraten beim Homeschooling in einen grossen Rückstand. Die Eltern können sich nicht so sehr um die Kinder kümmern, wenn sie überhaupt die Sprache sprechen und die Aufgaben verstehen.

Der Unterschied zwischen arm und reich kommt spätestens dann zum Vorschein, wenn es darum geht, mit dem Computer für die Schule zu arbeiten. Viele Familien an meiner Schule besitzen keinen.

Das Homeschooling verschärft die Ungleichheit im Bildungssystem enorm.

Rubrik: Virus at Work

Wir veröffentlichen Berichte aus dem Alltagsleben der Lohnabhängigen, die trotz dem Coronavirus zur Arbeit gehen müssen – unabhängig davon, ob ihre Arbeit lebensnotwendig ist oder nicht. Dies soll aufzeigen, wie inkonsequent die Massnahmen des Bundes sind. Die Corona-Krise soll nicht auf den Schultern der Lohnabhängigen abgewälzt werden!

Wir fordern, dass alle, die nicht-essentielle Arbeit machen müssen, zu Hause bleiben dürfen. Nur so kann die Pandemie eingedämmt werden. Leben vor Profite!

Wenn du auch deine Geschichte erzählen möchtest, meldet dich bei info@derfunke.ch. Es ist wichtig zu streuen, wie fahrlässig mit unserer Gesundheit umgegangen wird! Schreib uns, schick uns zwei oder drei Sätze, ausführliche Berichte, oder melde dich, wenn du dies persönlich besprechen willst!

Keine Tests!

Zwei in meinem Arbeitsumfeld hatten in den letzten sieben Tagen die typischen Coronasymptome gezeigt, eine davon gehört zur Risikogruppe. Beide wurden nicht getestet und wir anderen arbeiten weiter.

Es wird anscheinend erst nach zwei Tagen mit über 39 Grad Fieber getestet. Man könnte das Gefühl bekommen, es gehe darum, die Zahlen der Neuinfektionen klein zu halten.

Ich meine, insbesondere in meinem Kontext, in dem ich im allfälligen Kontakt mit Kindern systemrelevanter Eltern bin, ist diese Ungewissheit fahrlässig.

Einzig die Länder die rigoros getestet haben, haben die Epidemie in den Griff bekommen…

Selbstorganisierte Solidarität

Im Moment sind wir dabei, bilateral unsere Hilfe anzubieten. Die gelebte Solidarität z.B. auf Hilf-Jetzt.ch zeigt, wie die Arbeiter sich selbst in ihren Quartieren ein solidarisches Zusammenleben organisieren.  

Zum Schutz der Autoren werden die Berichte anonymisiert. 

#VirusAtWork

#WirWollnNachHauseGehn

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