SchreinerInnen:
GAV in Gefahr: Kämpfe bei den SchreinerInnen

SCHWEIZ – Noch im Frühsommer konnten sich die «Sozialpartner» auf einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) einigen, der ein Vorruhestandsmodell enthält: SchreinerInnen könnten dadurch fünf Jahre vor der Pensionierung ihr Pensum reduzieren oder zwei Jahre früher in Rente treten mit einer Überbrückungsrente.

Die ArbeiterInnen stimmten dem Paket sofort zu, doch der Kapitalistenverband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) hat bei seinen Verhandlungen am 17. November beschlossen, das Paket nicht annehmen zu wollen. Die Bosse riskieren einen vertragslosen Zustand, was es ihnen erlaubt, Löhne unter dem üblichen Tarif auszuzahlen.

Branchenübergreifend:
Weitere Massenentlassungen auch im November

SCHWEIZ – Die Massenentlassungen in der Schweiz nehmen kein Ende. Neu hat der Chemiekonzern Clariant angekündigt, seinen Sparkurs zu verschärfen. Durch den Verkauf von Firmenanteilen sollen 1000 Stellen gestrichen werden. Weitere Entlassungen betreffen den Tiermedizinkonzern Elanco, der bis im nächsten Sommer 90 Stellen streichen will, was fast der Hälfte der Belegschaft entspricht. Der Autozulieferer Komax streicht 70 Stellen und die SBB Cargo streicht 49 Stellen von LokführerInnen.

Pflege-Logistik-Verkauf:
Gemeinsam kämpfen!

SCHWEIZ – In der ganzen Schweiz fanden am 31. Oktober Protestaktionen für bessere Bedingungen in essentiellen Berufen statt. Im Frühling wurde noch geklatscht, doch jetzt, da die ArbeiterInnen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, wehren sich die Bosse klar dagegen. Wir unterstützen die Forderungen der Unia nach einem fairen Lohn (13x4000CHF bei 40h-Woche), einem flächendeckenden GAV und dem Kampf gegen prekäre Arbeitsverhältnisse. Diese Forderungen können nur erkämpft werden. Die ArbeiterInnen müssen sich nun gewerkschaftlich organisieren hinter diesen Forderungen. Nur so werden sie demonstrations- und streikfähig.

Baubranche:
Immer noch keine sicheren Baustellen

SCHWEIZ – Im Frühling streikten BauarbeiterInnen mehrerer Kantone wegen fehlender Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen. Seither hat sich nicht viel geändert. Die 13 Präsidenten der Baustellengruppe Unia (BauarbeiterInnen, die der Unia über die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen berichten) sind besorgt. Im letzten Monat erlebte nur einer von ihnen eine Kontrolle der Schutzmassnahmen, wobei diese angekündigt worden war und an diesem Tag alles anders organisiert und gereinigt wurde. Der SGB fordert richtig, «dass alle Unternehmen verpflichtet werden, Schutzpläne zu haben». Nur die ArbeiterInnen selbst können entscheiden, was die richtigen Schutzmassnahmen sind – und sie auch nur selber kontrollieren!

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