Das Coronavirus hebt die Epoche weltweiter, revolutionärer Kämpfe auf die nächste Stufe: Der Kapitalismus in seiner Todeskrise zieht immer breitere Schichten in den Kampf gegen ihn selbst. Versetzen wir ihm den Todesstoss!

Keine Woche nachdem der Bundesrat 300-Personen-Versammlungen wieder erlaubte, sprengten die Frauenstreik- und die Black Lives Matter-Bewegung die verordnete Versammlungsgrösse in allen grösseren Städten der Schweiz. Das ist symptomatisch für die Periode, in der wir leben: einer Periode weltweiter Massenbewegungen gegen Zerfallserscheinungen des kapitalistischen Systems.

Globale Krise

Bereits die Frauen- und Klimastreikbewegung wurden entfacht durch internationale Bewegungen. Jetzt breitete sich die Black Lives Matter-Bewegung nach den Aufständen, Massendemos und Streiks in den USA wie ein Lauffeuer über den Globus aus. Damit ein Feuer zu einem Lauffeuer werden kann, muss der Boden entzündlich sein.

Das Corona-Virus hat die globalste und tiefste Systemkrise des Kapitalismus je getriggert. Die Bürgerlichen tun ihr Letztes, um dieses System zu retten. Das zahlt die Arbeiterklasse an allen Fronten: mit verschärfter Ausbeutung und Massenarbeitslosigkeit, Sexismus und Rassismus, rabenschwarzen Zukunftsaussichten für die Jugend und staatlicher Repression und Sparmassnahmen. Das ist der Boden auf dem sich die Proteste wie Lauffeuer ausbreiten. Der Preis, den die Kapitalisten für den Zerfall ihres Systems und den Versuch, es zu retten, zahlen, ist weltweiter Widerstand.

Globale Kämpfe

Nicht Widerstand winziger Teile der Gesellschaft gegen Nebensächlichkeiten. Sondern Widerstand immer breiterer Teile der Lohnabhängigen und der Jugend (siehe S. 6) gegen innerste und grundlegendste Eigenschaften ihres Systems. Gestern noch interessierten sich junge schwarze Lohnabhängige in der Schweiz kaum für anti- rassistische Demos. Heute stehen sie an der Vorfront von Kämpfen, Schulter an Schulter mit ihren weissen Klassenbrüdern und -schwestern, weltweit.

Die Black Lives Matter-Bewegung wehrt sich gegen Polizeigewalt und gegen Rassismus. Aber Kapitalismus ist nicht zu haben ohne eine Staatsgewalt, welche die Ausgebeuteten unterdrückt (siehe S. 12). Und auch nicht ohne Rassismus, der die Klasse spaltet, sie ausbeutbar und handlungsunfähig
macht (siehe S. 14). Die Frauenstreikbewegung fordert Lohngleichheit. Aber der Kapitalismus lebt von der Überausbeutung lohnabhängiger Frauen. Die Klimastreikbewegung fordert «Netto Null» CO2-Emissionen bis 2030. Aber Kapitalismus heisst nichts anderes, als alles der Profitlogik unterzuordnen – zum Preis der Zerstörung unserer natürlichen Lebensbedingungen. Sollen die Forderungen all der Bewegungen eingelöst werden, muss der Kapitalismus gestürzt werden.

Reformismus?

Marx hat gesagt, Reformismus sei Politik, die den Kapitalismus v.a. über die «eingebildete Welt» des bürgerlichen Parlaments verändern will – und dabei «alle Erinnerungen» an die «raue Aussenwelt» verliert. Gegen die Klimakrise tüfteln die reformistischen Führer im Schweizer Parlament an einem zahnlosen und reaktionären CO2-Gesetz rum (siehe S. 8). Derweil zerstören die grossen kapitalistischen Verschmutzer in der «rauen Aussenwelt» ungehindert weiter die natürliche Umwelt. Im Parlament gibt es «schöne» Worte gegen Rassismus. Einige Wochen davor stellte dasselbe Parlament noch Asylverfahren ein und unternahm nichts dagegen, dass zehntausenden Sans-Papiers über Nacht die prekären Lebensbedingungen unter den Füssen weggerissen wurde.

Während in der «rauen Aussenwelt» die Lohnabhängigen von den Kapitalisten und ihren politischen Vertretern frontal angegriffen werden, präsentieren uns die reformistischen Führer aus den Parlamenten heraus Scheinlösungen. Nichts ist unzeitgemässer als der Versuch, in den Parlamenten die Bürgerlichen zu überreden, den Kapitalismus zu reformieren. Die kämpfenden Lohnabhängigen sind bereits etliche Schritte weiter: Sie setzen auf ihre eigenen Kräfte.

Die Ketten brechen!

«Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten» (Marx und Engels). Wir stehen am Beginn einer Periode, in der die Ketten der Lohnabhängigen tagtäglich unerträglicher werden. Einer Periode, in der die Lohnabhängigen an all ihren verschiedenen Ketten rütteln werden! All die Ketten können nur abgestreift werden, wenn das ganze Kettensystem gebrochen wird.

Jeder besondere Kampf – gegen Rassismus, gegen Sexismus, gegen die Unterdrückung der Frau, gegen die Zerstörung der Umwelt usw. – kann nur gewonnen werden, wenn das ganze kapitalistische System gestürzt und der Sozialismus errichtet wird. Nur die vereinte Arbeiterklasse hat die Macht
dazu und das Interesse daran. Sie braucht die Einsicht, dass sie vereint den Kapitalismus stürzen muss, um all ihre Ketten abzulegen. Dafür kämpft Der Funke in den Arbeiterorganisationen und Bewegungen. Unterstütze uns dabei.

Inhalt

Cops und Bosse zittern in den USA
Perspektiven für Frauen in der Schweiz
Die rassistischen Ordnungshüter der Bonzen
Schweizer Jugend zwischen Krise und Kampf
Anna und Eva, Adam und Peter
Wer bezahlt die grüne Wende?
Kunst und Kapitalismus
Erntehelfer: Kanonenfutter fürs Kapital
Gegen ein ungesundes System!
Kämpfen wie in Bellinzona!
Corona und die Misstände in Spitälern

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