Frühlingsprogramm ’18

 

Fr, 23.02 | Referat und Diskussion| Weltperspektiven – 10 Jahre Krise und die Rolle des Marxismus

Die bürgerlichen Herrscher und ihre Ideologen meinen seit Neustem, die Krise, die vor zehn Jahren begann, sei überwunden: die Konjunkturzahlen sehen gut aus, also boomt die Weltwirtschaft wieder, also von Krise keine Spur mehr. Doch der Schein trügt. Die wesentlichen Probleme, die vor zehn Jahren gewaltsam aufgebrochen sind, bestehen weiter. Das sehen auch die etwas weitsichtigeren Bürgerlichen.

Beobachten wir aktuell eine Stabilisierung? Wie entwickelte sich das politische Bewusstsein von breiten Schichten in Europa? Welche Bedeutung hat die politische Polarisierung? Um diese Fragen wirklich beantworten zu können, um wirklich hinter die Fassade blicken zu können, brauchen wir den wissenschaftlichen Sozialismus: den Marxismus.

Im Zuge des XI. Kongresses des Funke behandelt F. Mehrli von der Internationalen Marxistischen Tendenz diese Fragen und analysiert den Krisenverlauf seit 2018. Was könnte besser als Einstieg in ein neues Semester mit dem Marxistischen Verein Unibe dienen?

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F021
Zeit: 17:00 – 21:30

Mi, 28.02 | Lesekreis | Das Kommunistische Manifest – Was ist Marxismus?

Warum sollten wir uns heute noch mit Kommunismus und Marxismus beschäftigen? Stellte nicht das Scheitern der Sowjetunion den endgültigen Sieg des Kapitalismus über die Alternative Kommunismus dar? Das ist zumindest, was uns täglich eingetrichtert wird.

Doch die Lektüre des Kommunistischen Manifests macht schnell klar, dass zum einen der Kommunismus als solcher, die Aufhebung des Kapitalismus, so notwendig ist wie 1848, als es geschrieben wurde. Zum anderen zeigt sich, dass diese Schrift auch nach fast 170 Jahren nichts an Aktualität eingebüsst hat – von welcher anderen politischen Schrift kann man so etwas schon behaupten? Mag es an einigen Stellen von der Geschichte überholt sein, so beschreiben viele andere hingegen viel eher unsere heutige Realität als diejenige des erst spärlich entwickelten Kapitalismus im vorrevolutionären Europa des Jahres 1848.

Das Manifest bleibt ein Standardwerk für das Begreifen des Kapitalismus und dessen Überwindung. Es hat sich wiederholt als eine ausgezeichnete Grundlage für eine erste Auseinandersetzung mit der Kritik der kapitalistischen Gesellschaft und mit den Ideen des Marxismus erwiesen. Neben den spezifischen Fragen, die beim Lesen dieses Klassikers aufkommen werden, diskutieren wir auch ganz Grundsätzliches: Was sind Klassen? Was ist Klassenkampf? Was ist Kommunismus und was unterscheidet ihn vom Sozialismus? Leben wir noch in einer Klassengesellschaft? und was können wir aus dieser Schrift für unsere heutige Situation gewinnen?

Text: Marx, K. und Engels, F.: Manifest der Kommunistischen Partei, Kapitel „I. Bourgeois und Proletarier“ und II. Proletarier und Kommunisten

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F006
Zeit: 19:00 – 21:30

Mi, 07.03 | Referat und Diskussion| Der Frauenkampftag – Frauenbewegung und Klassenkampf ?

Die Reform der Altersvorsorge 2020 aus dem Hause Berset lieferte 2017 einen weiteren grossen Beweis: für die eigenen Rechte muss man kämpfen und Frauen ganz besonders. Keine liberalen oder reformistischen PolitikerInnen können den Kampf übernehmen. Wer nicht das klare Ziel hat, die Gesellschaft grundlegend zu verändern, wird früher oder später einknicken oder gar Rückschritte akzeptieren.

Der bürgerliche Feminismus gibt vor, für alle Frauen einzustehen. Doch wenn die wirtschaftliche und soziale Stellung aus dem Blick fallen, profitieren letztlich nur jene, die auch bisher schon einen Platz an der Sonne hatten. Der 8. März ist der Kampftag der lohnabhängigen Frauen. An diesem Tag stiessen die Frauen der ArbeiterInnenklasse immer wieder in der Geschichte grosse Ereignisse an.

Anhand eines Streifzuges durch die Geschichte der Schweizer Frauenbewegung und ihrem Stellenwert im Klassenkampf diskutieren wir die Wichtigkeit des Frauenkampftages für die lohnabhängigen Frauen.

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F006
Zeit: 19:00 – 21:30

Mi, 14.03 | Lesekreis | Arbeiten im Kapitalismus – Was sind Ausbeutung und Profit?

Es ist kaum mehr ein Geheimnis, dass die KapitalistInnen nach Profit streben. Oder dass die Arbeitenden zu wenig verdienen. Oder dass der erschaffene Reichtum ungleich oder ungerecht verteilt ist.

In diesem Lesekreis sollen diese in den Alltagsverstand eingeflossenen Gemeinplätze durch die marxistische Wirtschaftstheorie konkretisiert und begriffen werden: Was sind überhaupt Profit, Lohn und Preis? Wie kommen diese zustande? Wie entsteht Profit?

Die Schrift Lohn, Preis und Profit eröffnet zudem einen unerlässlichen Blick hinter die Fassade bürgerlicher Ideologie: Es wird sich zeigen, dass der Lohn eben nicht wie gemeinhin angenommen dem Wert entspricht, den die Arbeiterin erschafft.

Arbeit bestimmt unser Leben. So ist es offensichtlich, dass die menschliche Gesellschaft nicht begriffen werden kann ohne Verständnis der Wirtschaft. Und diese ist in unseren Tagen bekanntlich kapitalistisch organisiert. In diesem Lesekreis versuchen wir darum, grundsätzliche ökonomische (genauer: kapitalistische) Kategorien zu diskutieren, ohne die wir den Kapitalismus nicht verstehen können. Für die Diskussion stützen wir uns auf die Kapitel 6-8, 10, 13 und 14 von Karl Marx‘ Lohn, Preis und Profit.

Text: Marx, K.: Lohn, Preis und Profit, Kapitel 6-8, 10, 13-14

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F006
Zeit: 19:00 – 21:30

Do, 22.03 | Lesekreis | Revolutionäre Politik – Wie zerschlagen wir den Kapitalismus?

Wer in der linken Szene aktiv ist, wird sie beide kennen: jene, für welche die Revolution bereits heute in die Tagesforderung gehört und jene, welche die Revolution in eine ferne Zukunft verschoben haben und mit dem Kampf für kleine Reformen beschäftigt sind.

Wollen wir aber die Gesellschaft wirklich umwälzen, so sind beide Herangehensweisen zum Scheitern verurteilt. Die Mehrheit der Menschen, deren Bewusstsein in der kapitalistischen Gesellschaft geformt wurde, ist nicht empfänglich für die Forderung einer sofortigen Abschaffung des Kapitalismus. Genauso falsch und darum schädlich ist die Annahme, dass viele kleine Reformen irgendwann zum Sozialismus führen werden.

Um dieses Problem zu lösen, stellte Leo Trotzki einst das Übergangsprogramm auf, das versucht, eine Brücke zu schlagen zwischen den Alltagsforderungen der arbeitenden Bevölkerung und der Notwendigkeit, den Kapitalismus über Bord zu werfen. Das Programm selbst ist seiner Natur nach flexibel und möchte somit keine Schablone zur Revolution sein, vielmehr ist es ein Programm, das zum Zweck hat, die Menschen selbst erfahren zu lassen, dass eine Revolution nötig ist und sie auch dazu befähigt, diese durchzuführen.

Auch heute hat dieses Übergangsprogramm grosses Potential, weswegen wir es für wichtig halten, dass wir es (Kapitel 1-3) lesen und diskutieren.

Texte: Trotzki, L.: Der Todeskampf des Kapitalismus und die Aufgaben der 4. Internationale (Das Übergangsprogramm), Kapitel 1-3

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F006
Zeit: 19:00 – 21:30
Mi, 28.03 | Referat & Diskussion | Sozialer Kahlschlag – «Wir bezahlen eure Krise nicht!»

Studiengebührenerhöhungen, Kürzungen der Prämienverbilligungen, weniger Mittel für die Betreuung von Behinderten – die sogenannten Sparmassnahmen kennen viele Formen. Doch welche Bereiche sie auch immer treffen mögen, ob sie in Bern, Basel, Genf, Fribourg, Luzern oder sonst wo geschehen; eines haben sie alle gemeinsam: sie treffen die Prekärsten, die Schwächsten unter uns.

Ist an den Angriffen auf unsere Lebensbedingungen nur die Böswilligkeit der Bürgerlichen Schuld? Oder sind sie eine Notwendigkeit unseres wirtschaftlichen Systems? Wie können wir uns dagegen wehren und gibt es überhaupt die Möglichkeit, solche Kämpfe zu gewinnen?

Im Anschluss an die Aktionswoche und die nationale Demonstration gegen Abbaumassnahmen wollen wir all diesen Fragen auf den Grund gehen. Dazu haben wir Gäste eingeladen aus Genf, die erfolgreich die Erhöhung der Studiengebühren bekämpft haben, und aus Basel, die ebenfalls wichtige Lektionen aus ihrem Kampf ziehen konnten.

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F006
Zeit: 19:00 – 21:30

Mi, 04.04 | Referat & Diskussion| Wohnungsnot – Besetzen und Enteignen

Warum steigen die Mieten, warum werden Lohnabhängige, Lernende und Studierende aus ihren Wohnungen geschmissen, um schicken Lofts und Büros Platz zu machen? Warum reiht sich in den Stadtzentren Einkaufsmeile an Einkaufsmeile, wo man ohne zu konsumieren nicht wirklich willkommen zu sein scheint?

Wir wollen uns in dieser Veranstaltung damit auseinandersetzen, wie Wohnraum im Kapitalismus vermarktet wird und was die Stadtentwicklung – speziell die Aufwertung von Wohnquartieren und die oft damit zusammenhängende Verdrängung – mit den Bewegungsgesetzen des Kapitalismus zu tun haben. Dies ist notwendig, um zu verstehen, mit welchen Strategien wir dagegen vorgehen können. Dazu werfen wir auch einen kurzen Blick auf Strategien wie Alternatives Wohnen, Hausbesetzungen oder der Enteignung von Wohnraum.

Ort: Unitobler, Lerchenweg 36
Raum:
F006
Zeit: 19:00 – 21:30

Sa, 05.05 | Mai-Schule – 50 Jahre Revolution Mai 68’
Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern, unbezahlte Hausarbeit, Sexismus – diese Missstände finden wir auch in der scheinbar „emanzipierten“ modernen bürgerlichen Gesellschaft, so auch in der Schweiz. Die patriarchale bürgerliche Gesellschaft basiert nicht nur auf der Unterdrückung und Diskriminierung des weiblichen Geschlechts, sondern aller Menschen, welche sich nicht den vorherrschenden Geschlechterrollen unterordnen wollen oder können.
Patriarchat und Sexismus sind aber keine separat vom Klassenkampf zu behandelnden Themen, sondern eng mit diesem verbunden. Ein Kampf gegen Frauenunterdrückung erfordert den Kampf gegen den Kapitalismus, wie umgekehrt für den Kampf gegen den Kapitalismus die Einheit der arbeitenden Klasse – und damit die Überwindung von Sexismus und Geschlechterdiskriminierung – notwendig ist.
Um diese Fragen besser zu verstehen, diskutieren wir sowohl über den Ursprung des Patriarchats, die Verbindung von Sexismus und Kapitalismus wie auch die Frage, wie man Sexismus innerhalb der ArbeiterInnenbewegung und der Linken bekämpfen muss.
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